Sardinien Urlaub 2026: Beliebteste Orte, Sommertrends und angesagte Drinks der Insel
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Die Gola di Gorropu liegt tief im Herzen Sardiniens, zwischen Orgosolo und Urzulei. Sie ist keine gewöhnliche Schlucht – sie ist eine der tiefsten in Europa. Bis zu 500 Meter hohe Kalksteinwände, glatt geschliffen vom Wasser, das hier über Jahrtausende gearbeitet hat. Wenn man unten steht, fühlt man sich klein. Wirklich klein.
Der Weg dorthin ist schon Teil des Erlebnisses. Wer von Dorgali aus startet, fährt Richtung Passo di Genna Silana. Von dort führen Pfade hinab – etwa 4 Kilometer, die es in sich haben. Steil, steinig, aber machbar. Und während man sich Schritt für Schritt hinunterarbeitet, öffnet sich der Blick über die Ogliastra. Schroffe Landschaft, kaum Zivilisation, nur Wind, Stein und hin und wieder ein kreisender Adler.
Der Weg ins Tal ist anstrengend. Es ist heiß, es riecht nach Thymian und Staub, die Sonne brennt auf die Schultern. Wer früh startet, hat die beste Chance auf Schatten. Und ehrlich: Wasser ist hier unten Gold wert.
Je tiefer man kommt, desto leiser wird alles. Keine Autos, keine Stimmen – nur das Zirpen der Zikaden. Der Pfad endet schließlich in einem breiten Kiesbett. Und da steht man dann: vor diesen gigantischen Wänden, die plötzlich aus dem Nichts aufragen. Hellgrauer Kalk, scharfkantig, fast bedrohlich.
Manche nennen die Gola di Gorropu „den Grand Canyon Sardiniens“. Der Vergleich hinkt ein bisschen – Gorropu ist nicht so bunt, nicht so weit. Aber sie hat etwas anderes: eine Art rohe, fast unbequeme Schönheit.
Unten angekommen, wird es kühl. Zwischen den Felsen sammelt sich die Luft, feucht und frisch. Das Licht fällt nur spärlich hinein, selbst mittags bleibt es dämmerig. Man klettert über große, weiße Blöcke, balanciert über Geröll und sucht sich den Weg durch die Enge.
Es gibt Passagen, die ohne Kletterhilfe schwierig sind. Besonders im Frühjahr, wenn noch Wasser steht, kann es rutschig werden. Wer tiefer hinein will, sollte gutes Schuhwerk und keine Höhenangst mitbringen.
Ein Tipp: Geht man mit einem Guide, erfährt man mehr über die Geologie, die Legenden und die seltenen Pflanzen, die hier wachsen – etwa die Aquilegia nuragica, eine endemische Art, die nur in dieser Schlucht vorkommt.
Ich erinnere mich noch gut an das erste Mal dort. Es war August, heiß, stickig. Der Abstieg war ehrlich gesagt härter als gedacht. Unten angekommen, stand ich still – einfach so, minutenlang. Kein Empfang, kein Geräusch, nichts. Nur diese Wände, die aussahen, als könnten sie jeden Moment zusammenklappen. Und dann dieses Gefühl: Ehrfurcht, aber auch Ruhe.
Beim Aufstieg (der deutlich anstrengender ist) dachte ich mehrmals: „Warum tue ich mir das an?“ – und dann kam der Blick zurück ins Tal. Da war die Antwort.
Startpunkt: Passo di Genna Silana (SS125), Parkplatz vorhanden
Dauer: ca. 4–5 Stunden hin und zurück
Schwierigkeit: mittel bis anspruchsvoll (besonders beim Rückweg)
Beste Zeit: Frühling oder Herbst – im Sommer zu heiß, im Winter zu nass
Ausrüstung: Wanderschuhe mit Profil, ausreichend Wasser (mind. 2 Liter), Kopfbedeckung, Snacks
Guide: lohnenswert, besonders für Erstbesucher
Wie tief ist die Gola di Gorropu wirklich?
Schätzungen variieren, aber die Wände erreichen an einigen Stellen bis zu 450–500 Meter.
Kann man die Schlucht ohne Guide besuchen?
Ja, das ist möglich. Der Weg ist markiert, aber wer tiefer in die enge Passage will, profitiert von einer geführten Tour.
Wie gelangt man am besten dorthin?
Mit dem Auto über die SS125 bis zum Passo di Genna Silana. Alternativ über Dorgali oder Urzulei.
Ist der Weg für Kinder geeignet?
Eher nicht. Der Abstieg ist steil und das Terrain anspruchsvoll. Für geübte Jugendliche – vielleicht. Für kleinere Kinder – nein.
Gibt es Wasserstellen unterwegs?
Nein. Der Weg ist komplett trocken. Alles, was du brauchst, musst du selbst tragen.
Kann man in der Nähe übernachten?
Ja, es gibt Unterkünfte in Dorgali, Cala Gonone und Urzulei. Manche Agriturismi bieten auch Lunchpakete für Wanderer an.
Wann ist der beste Zeitpunkt für Fotos?
Am späten Vormittag, wenn die Sonne schräg in die Schlucht fällt – dann leuchten die Felsen in unterschiedlichen Grautönen.
Die Gola di Gorropu ist kein Spaziergang, keine Instagram-Location, die man mal eben mitnimmt. Sie fordert – aber sie gibt auch etwas zurück. Stille. Perspektive. Und das Gefühl, kurz Teil von etwas sehr Altem zu sein.
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Sardinien, Wandern, Natur, Abenteuer, Italien, Outdoor, Reisetipps
Meta-Beschreibung:
Erkunde die Gola di Gorropu auf Sardinien – eine der tiefsten Schluchten Europas. Tipps zur Wanderung, persönliche Eindrücke und häufige Fragen rund um das Naturwunder zwischen Orgosolo und Urzulei.
Mein Lieblingsstrand --> Iki Beach