Sardinien vs. Korsika: Vergleich für Urlaub & Leben
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Die Barbagia liegt im Herzen Sardiniens – eine Bergregion, die sich der Küstenlogik der Insel entzieht. Ich erinnere mich noch gut an einen Urlaub im Südosten der Insel, in Costa Rei: Das Wetter war für einen Strandtag zu wechselhaft, also setzten wir uns kurzerhand in einen kleinen gebrauchten Fiat Panda vom Leihwagenverleih und fuhren ins Landesinnere, in die Gegend um Nuoro – keine drei Stunden Fahrt, aber eine völlig andere Welt gegenüber der Küste. Wer wissen will, was diese Landschaft ausmacht, findet hier die wichtigsten Fakten kompakt zusammengefasst. Einen Überblick über zentrale Begriffe rund um die Insel liefert unser ABC über Sardinien, und wer sein Sardinien-Programm noch plant, findet in den 10 unverzichtbaren Reisezielen der Insel weitere Anregungen.
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| Sardinien eine Trauminsel mit tausend Gesichtern |
Die Barbagia bildet den zentralen Gebirgsstock Sardiniens und erstreckt sich über weite Teile der Provinz Nuoro. Der Name geht auf die lateinische Bezeichnung "Barbaria" zurück – ein Hinweis der Römer darauf, dass diese Region sich ihrer Herrschaft dauerhaft widersetzte. Auch die byzantinische und später die piemontesische Verwaltung taten sich schwer, in den Bergtälern Fuß zu fassen: Die schroffe Topografie hat über Jahrhunderte hinweg eine Art natürlichen Schutzwall gebildet. Bis heute gilt die Barbagia als das kulturell eigenständigste Gebiet der Insel, und wer von der Küste kommt, merkt den Wechsel oft schon an der Vegetation – aus Pinien und Macchia werden Steineichen, aus Ferienorten kleine, in den Hang gebaute Steindörfer.
Geografisch teilt man die Region traditionell in mehrere Unterzonen: Barbagia di Ollolai im Nordwesten, Barbagia di Belvì und Barbagia di Seulo im Süden sowie das eigentliche Gennargentu-Massiv im Zentrum. Mit dem Punta La Marmora (1.834 m) liegt hier auch die höchste Erhebung Sardiniens. Verwaltungstechnisch gehört der Großteil der Barbagia zur Provinz Nuoro, kleinere Ausläufer reichen bis in die Provinzen Oristano und Süd-Sardinien.
| Ort | Bekannt für |
|---|---|
| Nuoro | Provinzhauptstadt, Museum für sardische Volkskunst (Museo Etnografico) |
| Orgosolo | Wandmalereien (Murales) mit politischen und sozialen Motiven |
| Mamoiada | Karnevalsmasken Mamuthones und Issohadores |
| Fonni | Höchstgelegene Gemeinde Sardiniens, Ausgangspunkt für den Gennargentu |
| Aritzo | Sommerfrische-Tradition, Kastanienwälder |
| Desulo | Trachten, Ausgangspunkt für Wanderungen im Gennargentu-Massiv |
In der Barbagia hat sich das Barbaricino-Sardische, ein besonders konservativer Dialekt des Sardischen, am stärksten erhalten. Die Hirtenkultur prägt bis heute Feste, Trachten und Speisekarten. Zu den bekanntesten Traditionen zählen:
Das Gennargentu-Massiv bildet mit seinen Nationalparkflächen das Rückgrat der Region. Steineichenwälder, Schluchten wie die Gola di Gorropu und ausgedehnte Weideflächen prägen das Bild. Die Region gilt als Rückzugsgebiet für den Mufflon und beherbergt eines der letzten großen Wolfsvorkommen Italiens. Wanderungen, Canyoning und Klettern in der Region stellen wir in unserem Artikel zu Outdoor-Aktivitäten auf Sardinien vor.
Die Küche der Barbagia ist Hirtenküche: deftig, auf wenige, hochwertige Zutaten konzentriert.
Die nächstgelegenen Flughäfen sind Cagliari-Elmas und Olbia; einen Vergleich aller drei internationalen Flughäfen der Insel findest du in unserem Artikel zu den Flughäfen Sardiniens. Wer vor der Weiterfahrt ins Bergland noch Zeit einplant, findet in unserem Steckbrief zu Cagliari die wichtigsten Fakten zur Inselhauptstadt. Von der Küste führt die Fahrt über die Landstraßen ins Bergland – eine eigene Anreise mit Mietwagen ist praktisch unverzichtbar, da der öffentliche Nahverkehr in den Bergdörfern nur eingeschränkt fährt. Für Wanderungen im Gennargentu empfiehlt sich die Zeit zwischen April und Juni sowie September und Oktober; im Hochsommer kann es auf über 1.500 Metern deutlich kühler sein als an der Küste.
Wie kommt die Barbagia zu ihrem Namen?
Der Name stammt aus der Zeit der römischen Herrschaft und bezeichnete das Gebiet, das sich der Eroberung widersetzte.
Ist die Barbagia für einen Tagesausflug geeignet?
Einzelne Orte wie Orgosolo oder Mamoiada lassen sich von Nuoro aus an einem Tag besuchen, für das Gennargentu-Massiv lohnt sich aber mehr Zeit.
Was unterscheidet die Barbagia vom Rest Sardiniens?
Anders als die Küstenregionen war die Barbagia historisch schwer zugänglich, wodurch Sprache, Bräuche und Hirtenkultur ungewöhnlich stark erhalten geblieben sind.
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