Die rätselhaften Nuraghen Sardiniens – Steinriesen einer fast vergessenen Kultur

Die rätselhaften Nuraghen Sardiniens – Steinriesen einer fast vergessenen Kultur Wer durch Sardinien reist, stolpert früher oder später über sie: die Nuraghen. Oder besser gesagt – man fährt dran vorbei, steigt aus, läuft drumherum und fragt sich, wie Menschen vor mehr als 3.500 Jahren solche massiven Türme aus Stein aufeinanderschichten konnten. Diese prähistorischen Bauten tauchen überall auf der Insel auf. Tausende. Als hätte jemand ein gigantisches Brettspiel über die Landschaft verstreut. Was genau sind Nuraghen? Die kurzen Fakten zuerst: Nuraghen sind kegelförmige Steintürme, errichtet aus großen, oft unbehauenen Felsbrocken. Ihre Ursprünge reichen bis ins 2. Jahrtausend v. Chr. – Bronzezeit. Die Architektur wirkt erstaunlich fortschrittlich: Kuppelartige Innenräume, verschachtelte Kammern, spiralförmige Treppen. Ohne einen Tropfen Mörtel. Bis heute weiß man nicht sicher, welchem Zweck sie dienten. Tempel? Festungen? Treffpunkte? Vielleicht alles gleichzeitig oder je nach Ort...

Sardinien für Geschichtsinteressierte: Vergessene Römerstraßen und byzantinische Spuren

 

Sardinien für Geschichtsinteressierte: Vergessene Römerstraßen und byzantinische Spuren

Kurzer Überblick: 
Sardinien ist nicht nur Sonne und Meer. Wer genauer hinsieht, entdeckt antike Römerstraßen, byzantinische Kirchen und archäologische Stätten, die abseits der bekannten Ruinen liegen. Ideal für alle, die Geschichte lieber in stillen Winkeln erleben statt in überfüllten Museen.

Alte Römerstraßen – Wege durch die Zeit

Die Römer bauten ein dichtes Straßennetz über Sardinien. Viele dieser viae verbanden Hafenstädte wie Cagliari mit Porto Torres. Heute sind davon noch Abschnitte sichtbar – manchmal mitten im Nirgendwo, zwischen Olivenhainen und Schafweiden.
Die Pflasterung wirkt unscheinbar, doch sie erzählt von Legionen, Händlern und Reisenden, die hier vor fast 2000 Jahren unterwegs waren. Besonders spannend: In der Gegend um Fordongianus finden sich noch gut erkennbare Fragmente dieser Straßen, oft direkt neben modernen Landstraßen.

Byzantinische Kirchen und stille Relikte

Nach dem Zerfall des Römischen Reiches prägten die Byzantiner das Inselinnere. Sie hinterließen kleine Kirchen, Kapellen und Friedhöfe. Orte wie San Giovanni di Sinis bei Oristano oder die frühchristliche Basilika in Fordongianus zeigen noch heute Spuren dieser Epoche.
Es sind keine monumentalen Bauten, eher zurückhaltende Konstruktionen – mit Mosaikfragmenten oder alten Taufbecken. Wer dort steht, hört oft nur Wind und Zikaden. Genau diese Stille macht den Besuch eindrucksvoll.

Archäologische Orte abseits der Massen

Bekannte Stätten wie Nora oder Tharros tauchen in jedem Reiseführer auf. Doch daneben existiert eine Vielzahl kleiner, kaum markierter Relikte:

  • Überreste byzantinischer Friedhöfe in ländlichen Gebieten

  • antike Straßenstücke bei Bonorva oder Macomer

  • frühchristliche Kirchen in vergessenen Dörfern
    Diese Orte sind selten inszeniert, manchmal sogar schwer auffindbar – und gerade das unterscheidet sie von den großen, touristischen Hotspots.

Tipps für die Spurensuche

  • Karten & Apps: Viele historische Wege sind nicht ausgeschildert, GPS oder gute Karten helfen.

  • Gespräche vor Ort: Ein kurzer Plausch mit Einheimischen liefert oft bessere Hinweise als jedes Hinweisschild.

  • Feste Schuhe: Die Pflasterung der alten Straßen ist holprig, Sandalen sind keine gute Idee.

  • Kombinieren: Oft lassen sich Ausflüge zu Stränden und historischen Orten verbinden – zum Beispiel Tharros mit San Giovanni di Sinis.


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Sardinien für Geschichtsinteressierte: Entdecken Sie antike Römerstraßen, byzantinische Kirchen und archäologische Orte abseits der Touristenpfade. Tipps für stille Zeitreisen auf der Insel.

Labels: Sardinien, Römerstraßen, byzantinische Kirchen, Archäologie, Geschichte, historische Orte, Reisen, Italien, Antike

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